Geschichte
Über
die frühe Besiedlung sind uns keine Nachrichten überliefert.
Witzmannsberg
ist ehemals Adelssitz gewesen. Schon 1310 sind adelige Besitzer
urkundlich faßbar, ebenso 1341 und 1402. 1403 ist Andre Hautzenberger
zu Witzmannsberg als Besitzer nachgewiesen. Von 1400 bis 1423 besaßen
die Buchberger den schön angelegten Landsitz, dann wechselten
im Verlauf der Jahre, wie es in der Zeit der Hofmarken üblich
war.
Es folgte
ein Friedrich Firnspeck und später ging der Besitz über
an Georg Regner zu Kapfham, kam aber durch die Heirat bald an die
adeligen Nußdorfer, die auf Tittling saßen. Um 1600
war Sigmund von Raindorf Besitzer, der Pfleger in Hals war.
Durch
Kauf kam die Hofmark an Johann Martin von Edlweck. Maria Anna Theresia
von Edlweck heiratete 1688 den Grafen Johann Joseph Ignatius von
Traun, der auf Furt saß. Sie brachte ihm den Witzmannsberger
Besitz als Heiratsgut zu.
Dieser
baute den Landsitz um und errichtete ein stattliches Schloß
mit einer Schloßkapelle in massiver Steinbauweise, wie wir
aus der Darstellung von Wening wissen. Der Trauner wohnte mit seinen
Angehörigen in Witzmannsberg.
Trenck
der Pandur brannte im Österreichischen Erbfolgekrieg das Schloß
nieder. Es wurde nicht mehr aufgebaut. Heute zeigt eine Steintafel
an einem Bürgerhaus den Platz an, auf dem es einst stand. An
die Trauner erinnert der schwarze Ziegenbock aus deren Wappen, er
fand Verwendung bei der Gestaltung des neuen Gemeindewappens.
Die Trauner
verkauften das Landgut an Graf Franz Anton von Preysing zu Saldenburg,
und schließlich kam die Hofmark 1762 an den Grafen von Taufkirchen
auf Englburg. Die Hofmark Witzmannsberg hatte 12 Anwesen und auswärtige
Höfe in verschiedenen Orten, so in Jederschwing, Preinting,
Fälsching, Nammering, Klessing, During, Siebenhasen, Anschießing,
Feurschwendt usw.
Im Gemeindegebiet
gab es früher noch die Hofmarken oder Edelsitze Enzersdorf
und Waltendorf.
Ein Kleinod
ist das idyllisch gelegene Wallfahrtskirchlein Maria Bründl
bei Witzmannsberg.
Legenden
schmücken seine Geschichte aus und von Wunderheilungen an der
Quelle bei der Kapelle wird uns berichtet. So soll einst die Tochter
eines mächtigen Adeligen lebensbedrohlich erkrankt sein. Auf
innige Gebete der Mutter hin eröffneten sich auf einer Wiese
unterhalb des Schlosses zwei Quellen. Das Kind wurde darin gebadet
und genas.
Eine
Heilquelle soll es in früher Zeit gegeben haben. Daneben wurde
1704 von Trauner Schloßherrn zu Witzmannsberg eine Kapelle
gebaut. Das Kirchlein wurde 1976 grundlegend renoviert. Mit seinem
barocken Zwiebelturm im Tal erinnert es heute an längst vergangene
Zeiten.
Historisch
prüfbare Nachricht geben uns die kirchlichen Visitationsberichte
in ihrer nüchternen Sprache. Sie berichten, daß es sich
um eine einst gut besuchte Wallfahrt handelte, die aber später
verfiel. Der Bericht von 1558 erwähnt die Kapelle noch nicht,
sie ist also später entstanden.
Ein altes
Bild, das die Wunderheilung beschreibt, kam wahrscheinlich aus Schloßbeständen
in die Kapelle. 1754 schreibt der Visitator, daß die Feldkapelle
bei einem Bründl liege, aber nicht conseriert sei. Sie habe
ein Altarbild der B.V.M. Neo otingana, es zeigt also die Jungfrau
von Altötting.
Und 1760:
Die Schloßkapelle ist in Feuer aufgegangen, die Feldkapelle
liegt bei einem Bründl unterhalb Witzmannsberg, es sind noch
einige Votivtafeln vorhanden denn vor Zeiten ist die Kapelle von
Wallfahrern in großer Anzahl besucht worden. Die im Erbfolgekrieg
schwer geschädigte Kapelle ist nun sehr schön wieder hergestellt
und auch ein schöner neuer Altar ist vorhanden.
Der Gemeinde
Witzmannsberg standen immer nur bescheidene Finanzmittel zur Verfügung.
Dennoch konnte durch Sparsamkeit manches erreicht werden: Flurbereinigung
und Straßenbauten, Wasserversorgung und Bau von Kanalanlagen,
Ausbau der Fremdenverkehrswirtschaft, Schulhausbau, Ausweisung von
Bauland, Förderung des Feuerwehrwesens und der Vereine.
|